Vor ein paar Wochen war ich in Polen auf einer Unternehmerreise. Es ging darum seine Ziele zu definieren, sich auszutauschen und zu wachsen. Und in dieser Woche hatte ich ein zündendes Erlebnis.

Das Haus, in dem wir 6 Unternehmer wohnten, war ein riesiges polnisches Holzhaus. Mit typischen Giebeln und Holzziegel und liebevollen Verzierungen an den Geländern. Das Haus war mit Sauna, Jacuzzi und Billardraum ausgestattet. Das Wetter super und wir haben täglich eine Wandertour gemacht im gigantisch schönen Tatra Gebirge. Und trotzdem ließ mich der Gedanke nicht los, dass mir etwas fehlte. Sollte ich hier nicht wachsen und erfahren, was meine Ziele sind? Müssten wir nicht noch mehr Lerneinheiten haben und Input bekommen?

Am 3. Abend saßen wir in der wunderschönen Grillhütte bei frischen Salaten, Holzgrill und leckerem Grillgut als ich anfing einfach zu sagen, was ich denke. Ich fing an meine Beobachtungen zu jedem einzelnen zu schildern. Ich ahnte gar nicht, was dies auslösen würde. Zuerst war ich zaghaft, da ich nicht wusste, ob es überhaupt gewünscht ist. Doch schon nach kurze Zeit fragte Daniel nach. Es ging um sein Talent, sein Potenzial. Ich sagte ihm auf den Kopf zu, welche Talente ich sehe. Er hörte aufmerksam zu und nach einer Weile strahlte er mich an. „Jetzt weiß ich, wie ich mein Geschäft aufbauen muss.“ Ich war ganz erstaunt, da ich fand nichts Beeindruckendes gesagt zu haben. Doch es war genau das Puzzleteil, dass ihm in diesem Moment fehlte.

Ich erinnerte mich, dass es mir selbst oft so geht. Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich weiß einfach zu viel über mich und meine Gedanken und so wird das ganze Bild unscharf. Ich selbst habe mir immer wieder in meinem (Unternehmer-)Leben Hilfe geholt, um Ordnung in meine Potenziale und meine Ausrichtung zu bekommen. Andere sehen es oft so schnell und man selbst verzweifelt an sich.

Es war aber noch mehr. Ich habe die einzelnen Punkte verbunden. Persönliches Potenzial, Positionierung und die einzigartige Botschaft dahinter. Es ist auch wichtig zu erkennen, was einem fehlt. Wir stecken teilweise fest, weil unsere eigenen Glaubenssätze uns blockieren.

So war es auch bei einer sehr jungen und erfolgreichen Unternehmerin, die auch dabei war. Ich bewundere sie sehr für ihr unternehmerisches Geschick und hätte gar nicht gedacht, dass sie etwas aufhalten kann. Am letzten gemeinsamen Tag bei der Wanderung hatten wir ein Gespräch von 30 Minuten. Sie erzählte mir davon, dass Sie das Gefühl hat, dass viel Last auf ihren Schultern liegt und sie keinen Weg findet sich davon zu befreien. Schon lange versuchte sie eine Antwort zu finden. Ich sagte ihr meine Vermutung. Am nächsten Tag schrieb sie mir, dass sie sehr glücklich sei über das Gespräch und sie nun endlich verstanden hat, was sie ändern muss.

Obwohl ich in dieser Woche kaum an meinem Unternehmen oder Konzepten oder langen Texten gearbeitet habe, konnte ich mehr mitnehmen als gedacht. Ich habe wieder erleben dürfen, was es bedeutet die Punkte zu verbinden und an der richtigen Stelle den richtigen Impuls zu setzen. Sein Potenzial zu erkennen und dies in die richtigen Worte zu fassen. Wie schnell sich Knoten auflösen und damit neue Energie freigesetzt kann. Ich danke meinen Unternehmerkollegen für diese Reise und die Offenheit. Wir haben uns geschworen, dass es eine Fortsetzung gibt. Ich bin auf jeden Fall dabei.