Das Ebay-Projekt – Ein Experiment gibt Aufschluss

Schauen Sie sich diese Gegenstände an: ein Gummiband-Gewehr, ein Glas Murmeln und eine kaputte!!! Känguruh-Maus. Was glauben Sie, für wie viel man diese Sachen bei Ebay verkaufen kann?

Ich will es Ihnen verraten. Sie wurden gekauft für:  63,50$, 50$ und 162,50$.

Sie staunen? Dann geht es Ihnen wie mir. Alle diese Artikel wurden erst bei Ebay für unter 1,50 $ gekauft und dann zu diesen sensationellen Preises wieder verkauft. Wie geht das? Was war der Unterschied?

Das Geheimnis liegt in der Beschreibung und damit in der Geschichte – Storytelling. Sie haben es wahrscheinlich schon geahnt. Doch wie genau konnten Rob Walker und Joshua Glenn es schaffen 100 Artikel für 125$ einzukaufen und für über 8000$ zu verkaufen?

Das Projekt startete mit 200 Objekten die sie im Durchschnitt für 1,25$ bei Ebay gekauft haben. Danach holten sie sich 200 Autoren, die zu je einem Objekt eine Geschichte schreiben. Diese stellten sie mit dem Objekt bei Ebay ein. Diese Geschichten sind zum Teil skurril, zum Teil emotional und zum Teil lustig. Sie können alle Geschichten nachlesen unter http://significantobjects.com/. Mich hat besonders die Geschichte hinter der kaputten Känguru-Maus interessiert. Wer bezahlt denn für ein kaputtes Spielzeug 162,50$???

Die Geschichte handelt von zwei Brüdern, die diese Maus von ihrem Vater geschickt bekommen, der im Vietnam-Krieg ist. Es entbrennt ein Streit darum, wie man diese Figur anbeten kann bis die Mutter den Streit durchbricht und die Figur wegschmeißt.

Ich würde zu gerne mit dem Käufer der Figur sprechen, was ihn bewogen hat diese Figur zu kaufen. Jedenfalls scheint es in der Story zu liegen. Es hat ihn etwas berührt. Sein Interesse geweckt. Er schien diesen Gegenstand haben zu wollen.

Können wir nun daraus ableiten, dass wir mehr verkaufen können, wenn wir Storytelling nutzen? Wenn wir unsere Inhalte in Geschichten verpacken?

Schauen wir in die Unternehmenswelt. Sie nutzen die Geschichten, die erzählt werden, um ihre Produkte zu verkaufen mit Product-Placement. Das bedeutet, dass in Filmen oder Sendungen scheinbar zufällig oder in die Geschichte eingebaut Produkte auftauchen. James Bond steigt lässig in seinen BMW und schaut auf seine Rolex. Experten schätzen, dass die Filmemacher von James Bond „Spectre“ etwa zwei Drittel der Produktionskosten von 270 Millionen Euro allein durch bezahlte Produktplatzierungen wieder hereingeholt haben. Und warum? Storytelling. Wenn ich mir das Auto kaufen kann, das James Bond fährt oder wenigstens die Uhr, dann kann ich mich ein wenig fühlen als wäre ich wie James Bond.  In “Casino Royale” erklärte Daniel Craig dann demonstrativ, er trage eine Omega und keine Rolex. In “Skyfall” trank er plötzlich Heineken-Bier statt Wodka Martini. Und natürlich gibt es ein Parfüm und unzählige weitere Produktplatzierungen.

Und wieso? Weil es vielen Unternehmen bewusst ist, wie stark eine Story wirkt. Wie sehr der Wunsch entsteht sich damit zu identifizieren und damit einen viel höheren Preis zu erzielen. Wir sehnen uns alle nach einer Bedeutung. Einem Wert.

Finden auch Sie Ihre Story mit der Sie mehr verkaufen und einen besseren Preis erzielen. Finden Sie die Bedeutung Ihrer Produkte und erzählen Sie es Ihren Kunden. Mit garantiert mehr Gewinn!

Ihre Gwendolyn Stoye

Story-Coach